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Kunst im öffentlichen Raum

ZOLL/DOUANE

Es ist Hamburgs größtes Event der Kunst im öffentlichen Raum im Jahr 2004. Vom 31. Juli bis zum 17. Oktober 2004 wird in Hamburg eine Ausstellung realisiert, die sich vor Ort auf die innerstädtische Staatsgrenze des Freihafens bezieht. Entlang des Zollkanals, zwischen Brooks- und Jungfernbrücke, werden die ehemaligen Zollstellen, die Brücken sowie angrenzende Außenräume in eine temporäre Kunstlocation verwandelt.

Zoll/Douane: ein Parcours zeitgenössischer Kunst
Der Hamburger Künstler und Kurator Filomeno Fusco hatte 27 Künstler aus aller Welt dazu eingeladen, sich mit dem Thema Grenze auseinanderzusetzen. Das Ergebnis: ein Parcours internationaler Gegenwartskunst. Neben Malerei, Foto- und Videoarbeiten werden Objekt- und Rauminstallationen zu sehen sein, die sich zu Grenzen und ihren Überschreitungen äußern.

1 Am Schlagbaum
Der erste Teil Am Schlagbaum (31.7.-22.8.04) umfasst Arbeiten, die konkrete Grenzsetzungen von Nationen (Deutschland und EU) thematisieren sowie deren gesellschaftliche Verankerung und Verteidigung. So führt uns Victor Kégli (Berlin) mit seiner Arbeit »Tausend Säcke« in der ehemaligen Personenabfertigung Brooksbrücke den künstlichen und ausschließenden Charakter der Grenze vor Augen.

Simone Zaugg (Bern/Berlin) illusioniert mit ihrer »Grünen Grenze« auf der Kibbelstegbrücke leichte Durchlässigkeit und konfrontiert uns mit unseren Ängsten.

Patricia Pisanis (Berlin) »Schlagbaumballett« auf der Jungfernbrücke und Victor Kéglis (mit Patricia Pisani) Außenraum-Inszenierung »Herschel und Gretel« visualisieren (inter-)nationale Grenzsymbolik und historische Grenzrituale.

Spezifisch deutsche Grenzgeschichte wird von dem Fotokünstler Martin Kunze (Hamburg) anhand seiner »Grenzwanderung« entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze aufgegriffen.

Im Kellergeschoss der ehemaligen Zollabfertigung wird Thorsten Brinkmann (Hamburg) seine Arbeit »Brook 9« zu Zoll und Schmuggel im Hamburger Freihafen zeigen, während uns darüber die komplexe Rauminstallation Check-Point EU erwartet: eine Gemeinschaftsarbeit mehrerer Künstler, im Wesentlichen des Berliner »Instituts für identitätsstiftende Angelegenheiten«, die ein »Multifunktionales Zentrum für EU-Identitätsdesign« einrichten.

Und könnte das Alltag im vereinten Europa der Zukunft sein, was Pfelder (Berlin) auf einem Ponton im Zollkanal inszeniert: »Freiland« – eine uniforme Gartenidylle im standardisierten Baumarktgeschmack, die alles ausgrenzt, was anders ist?

2 Grenzfall Schweiz
Im zweiten Teil »Grenzfall Schweiz« (28.8.-19.9.04, Eröffnung 27.8.) stellt der Kurator Ulrich Gerster (Zürich, CH) mehrere Arbeiten Schweizer Künstler vor, die aus ihrer Sicht als EU-Ausländer zu Grenzsituationen ihres Landes Stellung beziehen. Beteiligte Künstler sind Clarina Bezzola (New York, USA), Sabina Lang und Daniel Baumann (Burgdorf, CH), Niklaus Lenherr (Luzern, CH), Christoph Rütimann (Müllheim, CH), Simone Zaugg (Bern/Berlin).

3 Grenzgänge
Im dritten Teil »Grenzgänge« (25.9.-17.10.04, Eröffnung 24.9.) werden Beiträge vorgestellt, die den unterschiedlichsten Grenzgängen und -verschiebungen gewidmet sind. Beteiligte Künstler: Juan Carlos Alom (Kuba), Rául Cordero (Kuba), Gesine Frank (Porta Westfalica), Wang Fu (Stuttgart/Berlin), Martin Heckmann (Hamburg), Barbara Hindahl (Mannheim), Jakob Jensens (Kopenhagen), Michael Schüttrumpf (Hamburg), Anja Steidinger (Hamburg), Monika Treut (Hamburg), Markus Lohmann (Hamburg), Michael Böhler (Frankfurt),  Harry Sachs (Berlin) sowie Franz Höfner (Berlin).

»Zoll/Douane«, Kunstprojekt im öffentlichen Raum, Personenabfertigung Brooksbrücke, Auf dem Sande, 20457 Hamburg (Altstadt), 31.7.-17.10. 2004, U3 Baumwall, www.zoll-douane.net.

Mehr Informationen
Kollektives Gedächtnis

Externe Links
Kulturbehörde
Deutsches Zollmuseum